Bei Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren kann es bei fortgeschrittener Nutzungsdauer zu einem erhöhtem Ölverbrauch kommen. Dabei schwanken die Angaben der Fahrzeughersteller bezüglich des zulässigen Ölverbrauchs im Bereich zwischen 0,5 l/1000 km und 1,0 l/1000 km. Für den Nutzer des Fahrzeugs mag dieser Wert allerdings einen bitteren Beigeschmack haben, denn neben den Kosten für das nach zufüllende Motoröl leidet auch die Nutzerfreundlichkeit des Fahrzeugs an sich. Denn was bedeutet eigentlich ein hoher Ölverbrauch in der Praxis für den Fahrer?

Zwischen Mindest- und Maximalfüllmenge des Motorenöls lassen sich in der Regel zwischen 0,75 l und 1,25 l einfüllen. Man muss immer damit rechnen, dass bei einer längeren Fahrt, zum Beispiel einer Urlaubsreise von 700 km, die mit einer Tankfüllung erreichbar wären, bereits nach 500 km ein Halt zum Öl nachfüllen nötig wird, da das Fahrzeug einen zu niedrigen Ölstand meldet.

Wo liegen die Ursachen für den Ölverbrauch und was kann man dagegen tun? Zunächst sollte ein Ölverlust am Motor aufgrund von Undichtigkeit ausgeschlossen werden. Sind am Ende des Auspuffrohres schwarze Ablagerungen erkennbar, dann wird das Motoröl offensichtlich mit dem Verbrennungsgemisch verbrannt, da es durch Verkokung der Bohrungen in den Ölabstreifringen der Kolben nicht aus dem Brennraum ablaufen kann. Weiterhinist auch möglich, dass das Motoröl über eine Undichtigkeit an den Auslassventilen in den Abgastrakt übertritt. Solche Undichtigkeiten an den Auslassventilen kommen in der Regel durch Verschleißerscheinungen an den Ventilschaftdichtungen, welche im Laufe der Nutzungsdauer durch thermische Beanspruchung verspröden und etwas schrumpfen, zustande. Dieses Phänomen ist für Kunststoffdichtungen typisch und lässt nur durch regelmäßige Pflege und geringe thermische Beanspruchung herauszögern um eine teure Reparatur zu vermeiden.

Wie lassen sich Dichtungen, die sich im Inneren des Motors befinden, pflegen?

Regelmäßige Ölwechsel sind die Voraussetzung um unerwünschten Ablagerungen durch Verkokungen und damit verbundener starker thermischer Beanspruchung des Motors vorzubeugen. Weiterhin lassen sich spröd gewordene Kunststoffdichtungen durch Zugabe von geeigneten Additiven zum Motoröl, welche Weichmacher enthalten, wieder zu neuer Dichtigkeit überreden. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich der Ölverbrauch von 0,85 l/1000 km um ca. 40 % auf 0,5 l/1000 km senken lässt. Zum Einsatz kam dabei ein Additiv eines deutschen Herstellers, wovon beim Ölwechsel einfach 300 ml zum frischen Motoröl (in meinem Fall 4,25 l) beigegeben werden. Die Viskosität des Additivs ist vergleichbar mit der von zähflüssigem Honig. Der so behandelte Otto-Motor ist 15 Jahre alt und wurde seit dem Ölwechsel ca. 2000 km bewegt. In meinem Fall heißt das, dass wieder lange Fahrten über mehrere hundert Kilometer möglich sind ohne sich Gedanken über einen Zwischenhalt zum Öl nachfüllen machen zu müssen. Additive für das Motoröl besitzen somit tatsächlich ein großes Potential, gealterten Motoren frisches Leben einzuhauchen. Der Anwender sollte sich allerdings immer im Klaren sein, dass solch eine Maßnahme nie einen vollständigen Stopp des Ölverbrauchs zur Folge haben kann, da einmal thermisch geschädigte Kunststoffdichtungen immer zu einem gewissen Grad undicht bleiben werden.